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Lernentwicklungsgespräche statt Noten - ein Praxisbericht

Meine Kleine ist jetzt in der dritten Klasse und ihre Schule macht diese Portfolio-Geschichten statt klassischer Noten. Anfangs war ich skeptisch - wie soll ich denn wissen, wo sie steht ohne Zahlen? Mittlerweile habe ich da eine ziemlich klare Meinung zu.

Die guten Aspekte

Dieses Portfolio-Ding zeigt tatsächlich mehr als eine 2 oder 3 es je könnte. Meine Tochter sammelt ihre Arbeiten, schreibt selbst dazu, was sie gelernt hat. Bei den Gesprächen sitzt sie dabei und erklärt uns ihre Fortschritte. Das fand ich anfangs komisch, aber sie reflektiert dadurch viel mehr über ihr eigenes Lernen.

Die Lehrerin gibt auch viel spezifischeres Feedback als früher. Statt "Mathe befriedigend" hören wir jetzt "Einmaleins sitzt super, bei Textaufgaben noch unsicher". Damit kann man arbeiten.

Was cool ist - der Druck ist raus. Meine Tochter vergleicht sich weniger mit anderen Kindern, weil es nicht um Noten-Rankings geht. Sie konzentriert sich mehr auf das, was sie selbst kann und lernen will.

Die Problemzonen

Aber ehrlich - manchmal vermisse ich die klare Ansage einer Note. Ist sie gut oder nicht? Bei manchen Rückmeldungen muss ich echt überlegen, was das jetzt bedeutet. Besonders wenn es später um Schulwechsel geht, wird es spannend.

Der Aufwand ist enorm. Die Mappe muss gepflegt werden, zu Hause müssen wir auch regelmäßig reinschauen und kommentieren. Mit zwei Kindern und Vollzeitjob ist das manchmal echt stressig.

Nicht alle Lehrer machen das gleich intensiv. Eine Kollegin an der Parallelschule erzählte, dass dort die Portfolios eher halbherzig laufen - dann bringt das ganze System nichts.

Und zwischen den Schulen gibt es null Vergleichbarkeit. Was bedeutet diese Rückmeldung im Vergleich zu einer anderen Schule? Keine Ahnung.